Wie schütze ich mein Unternehmen vor Korruption?

von: Katharina Stoxreiter 26. Juli 2021

In den vergangenen Wochen hat das Thema der Korruption immer mehr an Aufmerksamkeit und Bedeutung gewonnen.Durch korruptions Anschuldigungen kann es zu rufschädigungen bei einem Unternehmen kommen. Um aktiv Korruptionsbekämpfung zu betreiben ist es Hilfreich ein Hinweisgebersystem zu instalieren.  

Nicht nur das Korruptionsvorwürfe die Reputation eines Unternehmen schädigt was wiederum finanzielle Folgen mit sich zieht, es ist auch strafbar. Korruptionspräventions-Experte Martin Fridl hat sieben Präventionsmaßnahmen  ausgearbeitet mit denen man sein Unternehmen erfolgreich gegen Korruption schützen kann.

1. Hintergrundcheck vor Einstellung 
Prinzipiell sollte jede Person die neue in ein Unternehmen kommt vorher sorgfältig geprüft werden. Betrifft die Einstellung eine Managementposition sollte noch einmal eine schärfere Prüfung erfolgen. Dies ist wichtig, da Personen im Management eine hohe Entscheidungsbefugnis haben und oft auch eine repräsentative Rolle haben. 
Die Prüfung der Person sollte wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche und finanzielle Verhältnisse beinhalten. Mögliche Quellen für die Prüfung können Strafregisterauszug, Black-Lists, Medienberichte, ehemalige Arbeitgeber und Geschäftsbeziehungen oder auch Recherchen im Internet sein.

2. Einrichtung einer Antikorruptionsstelle 
Mit der Implementierung einer Antikorruptionsstelle (Hinweisgebersystem) können sich Unternehmen schon vor dem auftreten von Vorwürfen schützen. Die Person, die man mit dieser Aufgabe betraut sollt eine anerkannte Funktion haben und vertrauenswürdig sein. Zudem ist es wichtig, dass sie einen direkten Draht zur operativen Management-ebene hat. 

3. Umsetzung der EU-Whistleblower-Richtlinie
Spätestens im Dezember 2021 muss die Richtlinie umgesetzt sein.
Weitere Informationen zur Richtlinie und wer genau betroffen ist finden Sie hier. 
Durch die Whistleblower Richtlinie sind Angestellte vor Entlassungen, Degradierungen und sonstigen Diskriminierungen geschützt. 

4. Risikoabschätzung bei Aufträgen und bei Geschäftspartnern 
Nicht nur bei der Einstellung von neuem Personal sollte ein Hintergrund-check erfolgen. Auch bei der Auswahl von neuen Geschäftsbeziehungen wird eine Due-Diligence-Prüfung empfohlen.

5. Beurteilung von Länderrisiken
Bei der Zusammenarbeit von Unternehmen die ihren Sitz in Ländern haben die besonders korruptionsanfällig sind rät der Experte zur Vorsicht. Als Orientierungshilfe zur Beurteilung von Risiken diene Blacklists von Transparency International der Weltbank. Als Anhaltspunkt gilt, je höher das Risiko desto genauer die Prüfung.

6. Vermeidung von Bargeldtransaktionen
Ein der wohl bekanntesten Maßnahmen gegen Korruption ist die Bargeldabschaffung in einem Unternehmen. Je mehr Schritte auf einem Konto nachvollzogen werden können desto schwieriger ist es unter Korruptionsverdacht zu fallen.

7. Aufgabentrennung und Vieraugenprinzip 
Die Trennung von Aufgaben ist speziell hinsichtlich der finanziellen Steuerung wichtig. Eine einzelne Person sollte nicht für alle Bereich alleine verantwortlich sein. Bei der Genehmigung von Zahlungen ist es von Vorteil, wenn das Vieraugenprinzip angewandt wird. Bezüglich der Transaktionskosten die einen gewissen Betrag überschreiten sollte zudem eine Absegnung der höheren Management-ebene vorgeschrieben sein.

Weitere Informationen zum Hinweisgebersystemen finden Sie hier.

Die EU-Richtlinie zum Hinweisgebersystem finden Sie hier.

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