Drei Viertel aller Mitarbeiter klauen: Vier Wege, um Diebstahl am Arbeitsplatz zu verhindern

von: Alexandar Weigert 8. April 2022

75 Prozent aller Mitarbeiter haben schon mindestens einmal aus ihrem Unternehmen gestohlen. Für viele ist Diebstahl am Arbeitsplatz genauso normal wie der Kaffee am Morgen. Das ist wenig verwunderlich, sich im Büro wie an einem Buffet zu bedienen, gehört ja fast schon zum guten Ton.
Druckerpapier, Stifte, Blöcke, vielleicht noch einige Packungen Taschentücher, ein bisschen Klopapier und für den Heimweg den mitgebrachten Salat vom Kollegen aus dem Gemeinschaftskühlschrank mitgehen lassen und dann ist es auch schon wieder 17 Uhr. Feierabend.

Keine Kavaliersdelikte

Bei diesen kleinen kleptomanischen Handgriffen handelt es nicht um Kavaliersdelikte, sondern um Diebstähle, um Straftaten. Doch sie sind nur die Spitze des Eisbergs. Weniger häufige, aber umso kostspieligere Arten des Mitarbeiterdiebstahls umfassen etwa Skimming, Veruntreuung oder Datenklau. Von Gier, Neid oder Habsucht getrieben, bestehlen eine große Anzahl von Mitarbeitern ihr Unternehmen oft jahrelang (in drei von zehn Diebstahlfällen, stiehlt der Täter seit Jahren).

Dadurch verlieren Unternehmen etwa sieben Prozent ihres jährlichen Umsatzes. Kriminelles Mitarbeiterverhalten kann einer Firma nicht nur extrem teuer kommen, sondern sogar existenzvernichtend sein: Mehr als 30 Prozent der Insolvenzen sind auf Mitarbeiterdiebstahl zurückzuführen.

Vier Wege, um Diebstahl am Arbeitsplatz zu verhindern

Fast 50 Prozent der Fälle werden von anderen Mitarbeitern, die die Straftat bemerken, ans Tageslicht gebracht. Generell gilt: Umso besser die Beziehung zwischen der Führungsriege und den Mitarbeitern ist, desto weniger wahrscheinlich ist es, dass sie vom Unternehmen stehlen. Und selbst wenn es passieren sollte, stellt ein gutes Verhältnis sicher, dass die Delikte gemeldet werden. Außerdem können bis zu 15 Prozent der Betrugsfälle durch unangekündigte interne Audits aufgedeckt werden. 

Fast gleich hoch ist die Aufklärungsquote (12 Prozent der Fälle), wenn das Management zu regelmäßigen Einzelgesprächen einlädt, in denen mögliche Probleme von beiden Seiten be- und angesprochen werden können.

Der neueste, modernste und vielleicht vielversprechendste Weg, um Diebstahl am Arbeitsplatz einzudämmen, ist die Einführung eines Hinweisgebersystems. Ein Hinweisgebersystem funktioniert wie ein virtueller Postkasten. Wenn ein Mitarbeiter auf einen Rechtsverstoß aufmerksam wird, kann er diesen anonym über das System melden. So können Mitarbeiter binnen weniger Minuten auf Missstände aufmerksam machen und ihr Unternehmen schützen.

Wie schützen Sie Ihr Unternehmen vor internen Diebstählen? Welche der hier vorgestellten Methoden verwenden Sie bereits? Haben Sie bereits ein Hinweisgebersystem implementiert oder sind Sie noch auf der Suche nach dem richtigen Partner?

Wenn Sie mehr über Hinweisgebersysteme und die EU-Richtlinie zum Schutz von Hinweisgebern erfahren möchten, können Sie uns gerne auf unserer Website flustron.eu besuchen.

Quellen:

Passend zu diesem Beitrag:

  • Branche

    AK setzt sich für zeitnahe Umsetzung der Whistleblower-Richtlinie ein

    Während die Zahl der Korruptionsfälle weiter steigt, stagniert der Schutz für Arbeitnehmer:innen, die wichtige Hinweise liefern und dabei viel riskieren. Für Österreich ist Hinweisgeberschutz offensichtlich…

    mehr erfahren
  • Branche

    Drei Viertel aller Mitarbeiter klauen: Vier Wege, um Diebstahl am Arbeitsplatz zu verhindern

    75 Prozent aller Mitarbeiter haben schon mindestens einmal aus ihrem Unternehmen gestohlen. Für viele ist Diebstahl am Arbeitsplatz genauso normal wie der Kaffee am Morgen.…

    mehr erfahren
  • Branche

    Mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz muss man leben

    Ich sitze mit einer Freundin beim Café. Heute ist Montag, sie erzählt mir von ihrem Wochenende. Sie hat mit einem Typen geredet, im Klub, an…

    mehr erfahren
  • Branche

    Noch immer kein Whistleblower-Gesetz in Österreich: EU leitet Vertragsverletzungsverfahren ein

    Momentan laufen über 70 EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich. Nachdem die EU-Richtlinie zum Schutz von Whistleblowern nicht fristgerecht in nationales Recht umgesetzt wurde, kommt jetzt ein weiteres…

    mehr erfahren
  • Branche

    Whistleblower Richtlinie ist auch in der Schweiz gültig

    Die EU Whistleblower Richtlinie ist auch in der Schweiz anwendbar. Schweizer Unternehmen die mit Geschäftspartnern aus dem EU-Raum interagieren haben die EU-Richtlinie bis Ende 2021…

    mehr erfahren
  • Branche

    Whistleblower noch weitgehend ungeschützt

    Die EU-Whistleblower-Richtlinie die zu einer besseren Aufdeckung von Missständen beitragen soll, muss bis ende 2021 in das nationale Recht umgesetzt werden.Weitere Informationen zur EU-Richtlinie finden Sie…

    mehr erfahren
  • Branche

    Wie schütze ich mein Unternehmen vor Korruption?

    In den vergangenen Wochen hat das Thema der Korruption immer mehr an Aufmerksamkeit und Bedeutung gewonnen.Durch korruptions Anschuldigungen kann es zu rufschädigungen bei einem Unternehmen…

    mehr erfahren
  • Gemeinde

    Wiener Whistleblower-Plattform bringt mehr Transparenz

    Die Stadt Wien erfüllt hinsichtlich der Umsetzung der Whistleblower-Richtlinie eine Vorbildfunktion. Im "Index Transparente Gemeinde" belegte die Hauptstadt Österreichs 2017 und 2019 den ersten Platz.

    mehr erfahren
  • Gemeinde

    Wiener Whistleblower-Plattform verzeichnet 94 Meldungen

    Die Umsetzung der EU-Whistleblower Richtlinie ist in Wien schon in vollem Gange. Die Whistleblower-Plattform verzeichnete 94 Meldungen in den ersten 100 Tagen.

    mehr erfahren
  • Branche

    Whistleblower-Richtlinie an Hochschulen

    Die EU-Richtlinie zum Schutz von Whistleblower betrifft auch die Hochschulen. Doch die Umsetzung der Whistleblower-Richtlinie an Hochschulen ist mit einigen Hürden verbunden. In Einrichtungen, wie…

    mehr erfahren
<